Einfach nicht kompatibel- Die Madonna der Berge

Die Madonna der Berge von Elise Valmorbida, erschienen im Dianaverlag.

Wurde mir vom Bloggerportal als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt

Die Madonna der Berge habe ich vor Ewigkeiten beim Bloggerportal angefragt. Wirklich vor Ewigkeiten. Ich habe es 3,4 bestimmt 5x in die Hand genommen und zu Lesen begonnen. Berge, starke Frauen, Geschichte, wie könnte mir das nicht gefallen?

Worum geht es?

Venezien nach dem ersten Weltkrieg. 1934 regiert der Faschismus in Italien und der ist unberechenbar. Auch in den Bergen. Maria soll einen Mann heiraten den sie kaum kennt, eine „gute Partie“ der nicht im Krieg war, vermögend ist. Obwohl sie ihn nicht kennt, heiratet sie ihn und bekommt Kinder mit ihm. Doch in Zeiten des Faschismus ist nichts garantiert, nichts von Dauer und nichts sicher und Maria muss für ihre Familie kämpfen

Genau meins, sollte man meinen, aber es war einfach nicht meins. ich kam nie weiter als 70/80 Seiten und das nur über mehrere Wochen und es war eine Quälerei. Schließlich habe ich dem Verlag geschrieben, ob ich die Rezension sein lassen kann. Wie soll ich auch ordentlich etwas zu einem Buch sagen, dass ich einfach nicht lesen kann, weil wir null komma null kompatibel zu sein scheinen.
Die Antwort war, ich solle doch trotzdem eine Rezension schreiben, kritische Stimmen wären erwünscht. Naja, okay, tun wir das nun also:

Meinung

Gescheitert ist es gar nicht am Inhalt. Ich kam in diesem Buch gar nicht so weit, um wirklich zu sagen, ob die Story etwas für mich ist oder nicht. Gelegen hat es am Schreibstil. Er ist bestimmt nicht schlecht und ich weiß, wie gut das Buch auf allen Seiten bewertet ist, aber es war einfach überhaupt nicht meins.

Ich musste mich durch jede Seite quälen, weil es sich für mich schlicht nicht flüssig angefühlt hat. Als würde ich versuchen ein Fahrrad zu fahren, das platte Reifen hat. Wir haben einfach nicht zusammengepasst, obwohl ich die Grundidee der Geschichte toll finde, nach wie vor interessant und spannend, aber ich konnte es einfach nicht lesen, es hat mir keinen Spaß gemacht und war nur Quälerei.

Deswegen hier eher eine Begründung wieso ich KEINE richtig Rezension schreiben kann, als eine solche. Das Buch ist mittlerweile an eine Bekannte verschenkt, die hoffentlich mehr Freude an Maria und ihrer Geschichte hat.

Auch wenn ich im Portal eine Sternebewertung abgeben muss, eigentlich kann ich es nicht bewerten und möchte es auch nicht. Wir waren einfach inkompatibel.

Buchbesprechung: Gelateria Paradiso – Stefanie Gerstenberger

Gelateria Paradiso

Gelateria

Autorin: Stefanie Gesternberger
Verlag: Diana Verlag
Bewertung: abgebrochen
Link zum Buch 

Vielen Dank an de Diana Verlag und das Bloggerportal für die Bereitsstellung des Rezensionsexemplar. Der Beitrag beinhaltet Werbung. 

Inhalt

Susanne kauft alte Möbel an und begegnet in einer alten Eisdiele nahe ihrer ungeliebten Heimat der Italienerin Francesca. Die ist ihres Zeichens Flugbegleiterin, lebt heillos über ihren Verhältnissen und ist die Tochter der inzwischen weggezogenen Eisdielenbesitzer.
Ein altes Bild deckt eine erstaunliche Verbindung zwischen den beiden auf, die sie auf die Spuren einer Geschichte führt, die bis ins Jahr 1964 zurückgeht.

Bewertung

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Leider war Gelateria Paradiso nicht das, was ich erwartet hatte. Kurz gesagt, es war zu wenig Eis. Ich habe das Buch nach gut 100 Seiten abgebrochen.
Die Gründe dafür waren vielfältig. Ich hatte mir die Geschichte des Eiscafés vorgestellt, die Beschreibung von Eissorten, eben das, was der Titel irgendwie suggeriert. Stattdessen wurde ich weder mit Susanne noch mit Francesca warm. Francesca war mir richtig gehend unsympathisch, ich konnte ihre Beweggründe und ihr Verhalten nicht nachvollziehen und auch bei Susanne hat es bei mir einfach nicht klick gemacht.

Der zweite Handlungsstrang, bei dem ich mir dann mehr Eisdiele erhofft hatte, hat sich in die Länge gezogen, es waren viele Namen und viele Informationen, die für mich die Story nicht weitergebracht haben. Deswegen habe ich das Buch schließlich weggelegt. Vielleicht war es die falsche Jahreszeit oder ich in der falschen Stimmung oder das Buch und ich sind einfach nicht kompatibel. Auf jeden Fall war es einfach nicht meins, ich will aber auch gar nicht zu viel Negatives sagen, denn immerhin ist es meine subjektive Meinung und ich möchte niemandem ein vielleicht schönes Buch schlecht machen, nur weil es mir einfach nicht gefallen hat.

 

Buchbesprechung: Two Can Keep a Secret

Two Can Keep a Secret

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Autorin: Karen M. McManus
Verlag: Penguin Books
Bewertung: 4 von 5 Sternen

Link zum Buch ( deutsche Übersetzung)

Inhalt

Die Zwillinge Ellery und Ezra ziehen vorrübergehend zurück in die Stadt in der ihre Mutter aufgewachsen ist, in der deren Zwillingsschwester vor Jahren verschwand und eine Homecoming Queen auf mysteriöse, ungeklärte Weise ermordet wurde und dann wird eine Leiche gefunden, wieder verschwindet ein Mädchen und in Echo Ridge scheint es mehr als nur ein Geheimnis zu geben. Ist wirklich der der Täter, der schon im ersten Fall verdächtigt wurde? Wäre das nicht viel zu einfach? Abwechselnd aus der Sicht von Ellery und der von Malcom dem Bruder des Hauptverdächtigen erlebt man, wie Echo Ridge erneut Schauplatz eines grausamen Verbrechens wird.

Bewertung

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Zu Beginn wird man direkt in die Geschichte hineingeworfen. Ellery und Ezra kommen in Echo Ridge an und stolpern auch quasi direkt über das erste Verbrechen. Erzählt wird die eine Hälfte des Buches aus der Sicht von Ellery, durch die man auch etwas über die Vergangenheit der Zwillinge und ihre Verbindung zu Echo Ridge erfährt.
Vor Jahren verschwand ihre Tante, einige Jahre später wurde ein Mädchen ermordet.

Malcom, der Bruder des Jungen, der damals des Mordes an dem Mädchen verdächtigt wurde weil er ihr Freund war, ist die zweite, erzählende Hauptperson. Die Zwillinge und er freunden sich schnell an.

Ich mochte Ellerys Sicht. Sie war so ehrlich, so authentisch misstrauisch und neugierig und dabei trotzdem noch Teenager und keine halbe Erwachsene. Man hat ihr geglaubt. All ihre Theorien zu den Verbrechen, den verschwundenen Mädchen und deren Zusammenhang klangen schlüssig, man dachte jedes Mal „ja, das muss es sein“ und wurde dann eines Besseren belehrt.

Malcom Sicht war ruhiger und durch ihn erfährt man, was in Echo Ridge seit dem Tod des Mädchen geschehen ist. Er war angenehm zu lesen, Ellery hat mir allerdings besser gefallen, weil sie spritziger und ansprechender war.

Mit der Auflösung des Falles, wie alles zusammenhängt, darauf wäre ich nie gekommen, was in allen Thrillern immer ein Pluspunkt ist.
Allerdings waren es mir am Ende ein paar Handlungsstränge zu viel. Ein oder zwei der Handlungen rundum den Kriminalfall und die Aufklärung des Mordes vor fünf Jahren und des verschwundenen Mädchens hätte man meiner Meinung nach weglassen können, dann wäre das Ende nicht ganz so schnell und verwirrend gewesen.

Trotzdem hab ichs gerne gelesen und es war super spannend, deswegen gibt es von mir 4 von 5 Sternen

Zirkusweihnacht

Eine alte Geschichte von letztem Weihnachten, die es irgendwie nicht in den Blog geschafft hat. Auch wenn erst November ist, es ist ja Vorweihnachtszeit, oder?

Zirkusweihnacht

Das Trapez schwingt hoch oben in der Manege. Hin und her, immer wieder, bis es schließlich zum Stehen kommt. 

Auf der Decke des Zirkuszelts liegt Schnee, an manchen Stellen so viel, dass sich die Plane ein bisschen nach unten biegt. Vor der nächsten Vorstellung wird man den Schnee entfernen müssen, damit es nicht gefährlich wird. 

Nach der letzten Vorstellung ist immer vor der nächsten. So ist das im Zirkus. Selbst an einem Tag wie heute. Die Zuschaue sind nach Hause gegangen, zu ihren Christbäumen, den Geschenken. Den Familien, den Weihnachtsgeschenken, dem Raclette, den Süßigkeiten, den Liedern und Gedichten. 

Der Besuch im Zirkus am frühen Nachmittag war für so einige Familien der perfekte Beginn des Weihnachtsabends. Denn ja, heute ist Weihnachten. 

Verlassen liegt das Zirkuszelt da, wie verzaubert, wie magisch und irgendwie ein bisschen gruselig. Die alten, samtroten Sessel schimmern ein wenig im diffusen Licht, die Plane bewegt sich leicht hin und her, man hört den Wind sausen, der den Schnee über die große Wiese treibt, auf der der Zirkus vor der Stadt Halt gemacht hat. 

Ein Windstoß wirbelt Schneeflocken in den Eingangsbereich des Zelts. Schneeflocken und zwei Gestalten in dicken Wintermänteln. 

„Der Baum muss in die Mitte der Manege!“ Das Mädchen wedelt mit einer Hand und ein zweiter Luftzug pustet eine große, eingeschneite Tanne und einige ebenso eingeschneite Personen herein. 

„In die Mitte, los!“ 

Das Mädchen läuft zu einem Sicherungskasten in der Ecke, öffnet ihn und bedient einige Schalter. Warmes Licht flammt in der Manege auf und die Heizkörper springen an. Sie lächelt, als sie in das völlig leere Zelt blickt. Es ist Zeit für ihren Weihnachtszauber. 

Als das Mädchen ihren dicken Mantel öffnet, kommt darunter das Kostüm zum Vorschein, dass sie bei ihrer Nummer am Trapez getragen hat. Ein rotglitzernder Body, mit spitzenbesetzten Armen. Sie war so aufgeregt gewesen, dass sie keine Zeit gehabt hatte, um sich umzuziehen. Stattdessen hat sie nur eine schwarze Stoffhose über den Body gestreift, bevor sie mit ihren Verbündeten zu ihrer kleinen Plünderungsaktion in den Wald aufgebrochen war, der ein Stück hinter der Wiese  beginnt. 

„Du bist wirklich verrückt“, schimpft einer der jungen Männer, die den Baum getragen haben und schüttelt sich die Schneeflocken aus den schwarzen Locken. Er spricht mit leichtem, italienischen Akzent und grinst, als er die Worte ausspricht. Das Mädchen lächelt. 

„Ein bisschen verrückt sind wir doch alle, sonst wären wir nicht hier, oder?“, fragt sie und sieht sich in der Manege um. Inzwischen steht der Baum in einer Halterung mitten in der Manege. Sie geht zurück in den Eingangsbereich und zerrt einen großen Karton hervor, den sie hinter dem Süßwarenstand versteckt hat, schon vor der Vorstellung. 

„Lasst uns loslegen“, sagt sie und öffnet den Karton. Zu fünft beugen sie sich über die zahlreichen Weihnachtskugeln, Sterne und Glocken. 

 

Das letzte Jahr war nicht einfach für den Zirkus gewesen. Geld ist immer ein Problem, doch in diesem Jahr kam einiges hinzu. Das Zelt musste erneuert werden, zwei neue Artistengruppen sind im letzten Frühjahr zur Kompanie gestoßen und bei einem tragischen Unfall im Sommer hat der Zirkus einen seiner langjährigen Artisten verloren. 

„Leandro hat Weihnachten geliebt“, murmelte die junge Frau, die gerade einen Stern an einen Ast hängt und lächelt leise. „Genau deswegen will ich, dass wir es feiern.“ 

Die beiden lächeln sich an. „Du bist toll, Amelie“, sagt die junge Frau und das Mädchen lacht. 

Amelie ist sechzehn und seit über zehn Jahren im Zirkus. Ihre Eltern haben als Kunstreiter angefangen, da war sie gerade einmal sechs Jahre alt. Heute kann sie sich ein Leben ohne den Zirkus nicht vorstellen. Für Amelie ist der Zirkus ihre Familie. Nicht nur ihre Eltern, nicht nur ihr kleiner Bruder, jeder einzelne Artist, jeder, der mitarbeitet, die Tiere, die kleine Stadt, mit der sie herumreisen, alles. 

Leandro war auch ein Teil dieser Familie, bis er im August bei einer Probe verunglückt ist. Noch heute hat Amelie die Bilder vor Augen, noch heute tut es weh. Aber das Leben geht weiter. 

Normalerweise verbringt der Zirkus die Weihnachtstage in einem Ort, in dem Artisten Zuhause sind, Bei ihnen feiert die ganze Kompanie Weihnachten. Dieses Jahr war das unmöglich. Logistisch und finanziell war es notwendig, Weihnachten in einer großen Stadt zu verbringen, wo die Vorstellungen ausverkauft sind und gutes Geld bringen.  

Als Amelie klar geworden war, dass es kein Weihnachtsfest geben würde, hatte sie einen Entschluss gefasst. Sie würde nicht zulassen, dass es keine Feier, kein Lachen, kein gemeinsames Singen und Tanzen geben würde. Amelie war der gute Geist der Zirkus, so hatte Karlo, der Direktor sie einmal bezeichnet. Amelie die kleine, zierliche Seiltänzerin, die man einfach lieben musste.  

Amelie hatte sich Verbündete gesucht. Cassandra, die Magierin, die sofort Feuer und Flamme für eine Überraschungsweihnacht in der Manege war, Jonathan und Flo, zwei Jungs, die für Auf- und Abbau der Manege und den reibungslosen Ablauf der Show zuständig waren und schließlich Marko. Marko, Leandros Bruder, kaum zwei Jahre älter als Amelie selbst. Obwohl sie zuerst gezögert hatte, war es am Ende eine gute Idee gewesen, ihn zu fragen, denn Marko schien nur auf eine Gelegenheit gewartet zu haben, seinem Bruder eine letzte Ehre zu erweisen. 

Doch heute ist nichts zu spüren von Trauer und Schmerz. Sie alle, wie sie da um die Tanne stehen und sie schmücken sind von der Magie des Augenblicks erfasst. Das Schneegestöber draußen und das warme Licht, das Knacken und Rauschen der Heizung und der Lichtmaschine, der Geruch der frischen Tanne, dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit. 

Merry Christmas!“ 
Amelie und Marko drehen sich um als sie hinter sich eine Stimme hören. Es ist Christina mit ihrem Küchenteam. Amelie und Marko haben sie vor ein paar Tagen in ihren Plan eingeweiht, denn was wäre ein Weihnachtsfest ohne köstliches Essen? 

Christinas kleine Küchenfeen ziehen Essenswägen hinter sich her, die betörende Düfte verströmen. Wie kleine Kinder springen Marko, Amelie und Cassandra auf sie zu und lüften die Dosen, Bleche, Schüsseln und Töpfe. Darunter kommen frisch gebackene Stollen und Plätzchen, Braten, Nudeln, Salate, Kuchen, Suppen und Aufläufe zum Vorschein. 

„Mein Gott, Christina, wann habt ihr das alles gemacht?“ Marko angelte nach einer Kirsche, die auf einem Kuchen drapiert ist und Christina schlägt mit einer Hand nach ihm. „Hey, Mr., Finger weg, das ist für die Party“, sagt sie lachend. Amelie lächelt als sie Marko lachen hört. Es ist ein ehrliches und fröhliches Lachen. Es war in den letzten Wochen so selten im Zirkus. 

Gemeinsam mit den anderen zaubern Amelie und Marko eine lange Tafel rund um den Weihnachtsbaum. Eine halbe Stunde später ist alles fertig. Jonathan hat von irgendwo aus den Tiefen der Zubehörlaster Lichterketten gezaubert, die Amelie und Cassandra über die vorderen Logen verteilt haben und die nun warmes Licht in die Manege spenden. Amelie hat beide Trapeze ein Stück hinuntergelassen und mit Lametta und Kugeln behängt, auf dem Tisch brennen dunkelrote und weiße Kerzen. 

Marko hat sich über das Mischpult gebeugt. Nach einer Weile und einigen falsch gedrückten Knöpfen erklingt das Weihnachtsoratorium von Bach als leise Hintergrundmusik durch die Manege. Es wirkt wie ein Ort aus einer anderen Welt, einer magischen, in der es kein Leid, keine Trauer und keine Angst gibt, nur Wärme, Zauber und Geborgenheit. 

Andächtig stehen die Schöpfer dieses kleinen Zaubers schließlich am Rand der Manege. „Ich glaube, wir sind fertig, oder?“, fragt Christina lächelnd und die anderen stimmen ihr zu. „Lasst uns die anderen holen“, sagt Cassandra leise. Sie schlüpfen wieder in Jacken, Mützen und Schals und machen sich auf den Weg zum Ausgang. Die anderen Artisten sind in ihre Wägen, einige haben sich zusammengesetzt, um den Weihnachtsabend zusammen zu verbringen. Es ist leicht am Licht hinter den Vorhängen zu erkennen, in welchen Wägen Leute sind und in welchen nicht. 

Amelie streckt Marko die Hand hin und gemeinsam stapfen sie durch den Schnee zu den ersten erleuchteten Wägen. Cassandra und Christina, sowie Jonathan und Flo machen sich jeweils im Duett auf den Weg zu den anderen. 

Marko und Amelie klopfen an die Türen der Wägen. Die meisten sind reichlich überrascht, jetzt, wo es schon Abend ist, noch Besuch zu bekommen, doch Marko und Amelie lassen sich nicht beirren. 

„Kommt in die Manege und nehmt alle Weihnachtsgeschenke mit, die ihr für die Kompanie habt!“ Sechsmal wiederholen Marko und Amelie diese Anweisung, dann haben sie ihren Anteil an Zirkuswägen abgeklappert. 

Noch immer Hand in Hand machen sie sich zurück auf den Weg zur Manege. Amelie lacht, als eine Schneeflocke ihre Nasenspitze trifft und Marko erwidert ihr Lächeln als sie durch den Vorhang schlüpfen. Marko und Amelie sind gemeinsam aufgewachsen, im Prinzip fühlt sie sich wie eine Schwester für den jungen Italiener. Sie war auch Leandros Schwester gewesen und umso näher fühlt sie sich Marko nun.  

 

Nach und nach füllt sich die Manege mit Artisten. Stimmengewirr, Gemurmel, Lachen erfüllt den Raum. Man kann den anderen die Überraschung und die Ungläubigkeit ansehen und Amelie hat das Gefühl, all diese Freude, die Überraschung und das Glück würden sich wie bunte Farben hinauf in den Himmel der Manege erheben und dort herumwirbeln.  

Sie legt den Kopf in den Nacken und lacht. „Das Buffet ist eröffnet“, ruft Karlo da über die Menschenmenge hinweg, er hat sich eines der Mikrophone von der Anlage geschnappt. Über sein sonst so ernsthaftes und gefasstes Gesicht huscht ein schalkhaftes Lächeln als sein Blick dem von Amelie begegnet. Sie lächelt ihm zu. 

Karlo zwinkert und hebt den Daumen. Natürlich weiß er, dass sie es gewesen ist, die diese Feier organisiert hat. Marko hat sie in der Menge verloren. Amelie schnappt sich einen Teller und gesellt sich zu ihren Eltern. Beide beglückwünschen sie zu ihrer tollen Idee und Amelie fühlt sie so glücklich wie schon lange nicht mehr. 

Nudeln, Auflauf, Stollen und Tiramisu schmecken köstlich, überall am Tisch wird geredet, gesungen, gelacht und miteinander gescherzt. Diese Schwerelosigkeit ist da, die Einfachheit, die Magie, die die Kompanie sonst immer während einer Vorstellung erfasst und die hinterher immer wieder verblasst, weil der Ernst des Lebens und die Realität alle wieder einholen. Dann kommen Traurigkeit, Probleme, Stress und Ärger wieder zurück. 

Nur heute, heute, obwohl keine Vorstellung in der Manege ist, obwohl die Artisten keine Schminke tragen und statt Glitzer und Tand, Jogginghosen und Pullis, ist diese Magie des Zirkus‘ wieder da.  

Irgendjemand wechselt die Musik, statt Bach erklingt nun eine jazzige Version von White Christmas. Amelies Eltern stehen auf und beginnen um den Baum und die Tafel herumzutanzen. Viele andere schließen sich ihnen an. Amelie tanzt eine Weile mit Cassandra und Jonathan, springt mit den Zirkuskindern im Kreis und macht ein paar Fotos als Erinnerung an diesen fantastischen Tag. 

Irgendwann begegnet sie Marko wieder, der an der Seite der Manege lehnt und das Spektakel beobachtet. Er lächelt als Amelie auf ihn zukommt. 

„Lass uns fliegen gehen, Lily“, flüstert er ihr ins Ohr und sie lacht. Der Spitzname aus der Kindheit, den sie nur noch selten hört löst ein aufgeregtes Kribbeln in ihrem Magen aus, wie früher als sie als Kind ans Trapez durfte, während den Proben der „Erwachsenen“ zu denen sie heute selbst gehört. 

„Lass uns fliegen“, wiederholt sie Markos Worte. Sie zupft das Lametta von dem Trapez, das ihnen am nächsten ist und legt die Kugeln vorsichtig auf den Rand der Manege.  

Marko steigt auf das Trapez, aus seiner Hosentasche zaubert er eine kleine Fernbedienung und Amelie springt gerade noch rechtzeitig auf, bevor das Trapez außerhalb ihrer Reichweite in die Höhen der Manege steigt. Marko hält sie, bis sie das Gleichgewicht hat, dann setzen sie sich nebeneinander auf das Trapez, das breit genug für sie beide ist. Auf halbem Weg lässt Marko sich nach hinten fallen und hängt kopfüber am Trapez. Amelie lacht und legt den Kopf in den Nacken. Sie haben die höchste Stelle erreicht. 
Als sie die Augen schließt, werden ihre anderen Sinne geschärft. Sie hört jemanden Gitarre spielen, die Geräusche, die die Sohlen der Schuhe auf dem Manegenboden machen und der Geruch nach Glühwein, den zwei der Küchenhelfer aus dem Küchenwagen geholt haben. 

Sie fasst mit einer Hand blind nach hinten und zieht Marko wieder hinauf aufs Trapez. Sie braucht keine Augen, sie sieht mit den Händen. Zumindest, wenn es Marko ist, der mit ihr auf dem Trapez herumturnt. Seit sie denken kann gehört das Trapez ihr und Marko. Das perfekte Duo, ideal eingespielt. 

Nun sitzen sie einfach oben auf dem Trapez und beobachten die Artisten und den Rest der Zirkusfamilie unter ihnen. Irgendjemand hat Jackie, Cassandras Hündin mit in die Manege gebracht, sie springt bellend zwischen den Tänzern herum. Marko lässt das Trapez sanft schaukeln, Amelie vertraut ihm blind. 

„Weißt du was?“, fragt Amelie leise und lässt ihren Blick nach unten schweifen. Ihre Eltern tanzen ausgelassen, Cassandra liegt in den Armen ihres Freundes Pietro, Jonathan und einige andere Männer sitzen an der Tafel und spielen Karten, Pia, ihre Wahrsagerin legt die Karten fürs neue Jahr und Karlo, der sonst jede Art von Party meidet, tanzt mit Fiona, einer der Balletttänzerinnen. Nirgendwo sieht man einen traurigen Blick, nirgends fällt ein böses Wort, für diesen einen Abend herrscht Eintracht, Glück und Fröhlichkeit. 

„Was?“, fragt Marko. 

Amelie fasst nach seiner Hand und drückt sie, dann lacht sie auf und lässt sich nach hinten fallen, Marko hält sie mühelos. 

„Heute ist Weihnachten, Marko!“ 

Buchbesprechung: Kitchen Karma statt Küchendrama

KITCHENKARMA statt Küchendrama

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Autorin: Eva Dotterweich
Verlag: Bastei Lübbe
Bewertung: 5 von 5 Sterne

Link zum Buch 

Das Buch ist ein Rezensionsexemplar vom Bastei Lübbe Verlag und enthält demnach Werbung

Inhalt

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Kitchenkarma statt Küchendrama ist ein Buch darüber, wie man entspannt in der Küche kocht. „Glücklichmachküche“ sozusagen. Es soll darum gehen mit einfachen Mitteln und in entspannter Atmosphäre, gesunden oder auch mal nicht so gesunden Soulfood herzustellen, der einfach glücklich macht. In lauter kurzen Kapiteln von „Entspann dich“ bis „Pustekuchen“ ist alles dabei was das Herz begehrt.

 

 

Bewertung

Das Buch war ein Rezensionsexemplar und ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung was mich so recht erwartet, aber ich fand das Cover so ansprechend und die Kurzbeschreibung so schön, dass es mich super gefreut habe, als es im Briefkasten war. Dann saß ich erst einmal eine halbe Stunde auf dem Boden neben der aufgerissenen Verpackung und musste diese unglaublich schöne Aufmachung bewundern. Ich habe selten ein so toll gestaltetes Kochbuch gesehen. Die schwarzen Seiten machen es modern und trotzdem ist es hell und bunt und schön.

Was ich auch toll finde ist die Aufteilung der Kapitel. Hier gibts kein „Vor- Haupt- und Nachspeise“ oder „vegetarisch“ und „vegan“. Stattdessen gibts hier Kategorien wie „Backen und das Leben wird bunt“ und „Keep Calm and cook Couscous“.
Ich finde das super, weil es irgendwann einfach langweilig ist, immer dieselben Kategorien zu lesen und hier ist es endlich mal was anderes. Hier gehts nicht um zuckerfrei, vegan, low carb, glutenfrei, vegetarisch oder sonst was, sondern einfach um gutes Essen, das glücklich macht, das man schön zubereiten kann ohne zig ausgefallene Produkte.
Die Rezepte machen schon beim Anschauen Spaß und es hat mich in den Fingern gejuckt etwas auszuprobieren (abends um zehn war das eher blöd). Auf jeden Fall habe ich das Buch schon mehrmals in die Hand genommen und durchgeblättert, einfach um mir die tolle Aufmachung anzusehen und mich zu freuen, wenn ich die ersten Sachen ausprobieren kann.

Dazwischen gibts übrigens immer wieder kleine Weisheiten über das Leben und darüber, dass es entspannt einfach angenehmer ist.

Von mir gibts 5 von 5 Sternen 🙂

Buchbesprechung: Für immer zuckerfrei „To Go“

Für immer zuckerfrei „To Go“

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Autorin: Anastasia Zampounidis
Verlag: Bastei Lübbe
Bewertung: 3 von 5 Sternen

Link zum Buch

Inhalt

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Für immer zuckerfrei to go ist in zwei große Teile geteilt. Im ersten Teil spricht die Autorin über die Schwierigkeiten zuckerfrei Ernähung unterwegs durchzuhalten. Wo überall Zucker lauert, wie sie trotzdem ihren „zuckerfreien“ Weg geht, ohne sich immer und überall einzuschränken und auf alles verzichten zu müssen. Im zweiten Teil folgen Rezepte, die eine zuckerfreie Ernährung unterwegs möglich machen sollen.

 

 

Bewertung

Ich fand den ersten Teil des Buches wahnsinnig interessant und spannend. Ich bewundere Menschen, die tatsächlich konsequent zuckerfrei leben, auch wenn sie unterwegs sind. Ich tus ja nicht einmal Zuhause und komplett und für immer zuckerfrei ist auch gar nicht mein Ziel. Trotzdem fand ich es interessant Anastasias Philosophie näher kennen zu lernen. Ich bewundere sie für ihre Konsequenz und ihre Begeisterung.

 

Auch die zahlreichen „Zuckerfallen“ im Alltag waren mir teilweise neu, teilweise habe ich auch nie besonders darüber nachgedacht.

Den Rezeptteil mochte ich wegen der tollen Bilder. Mit Kochbüchern ohne Bilder kann ich ja überhaupt nichts anfangen, umso schöner fand ich es, dass hier wirklich alles mit ästhetisch ansprechenden Bildern versehen war. Mit den Rezepten selber habe ich aber so meine Schwierigkeiten. Unter „to go“ habe ich mir Rezepte vorgestellt, die sich abends schön und schnell vorbereiten lassen, um sie am nächsten Tag mitnehmen zu können. So Meal Prep mäßig eben. Viele Rezepte sind allerdings sehr aufwendig und bei manchen weiß ich nicht so ganz, wie das „to go“ funktionieren soll.

Ich werde sicher trotzdem das ein oder anderen ausprobieren, aber es ist nicht ganz das, was ich mir vorgestellt habe. Ich habe mir mehr konkrete Ideen für meine „Lunchbox“ gewünscht. Da mir aber der erste Teil des Buches gut gefallen hat und ich einige Rezepte trotzdem vorgemerkt habe, um sie demnächst auszuprobieren, wenn auch nicht „to go“, gibts von mir 3 von 5 Sternen für „Für immer zuckerfrei To Go“

 

Sommerloch, oder wie sich mein Leben in 6 Monaten verändert hat

Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal etwas persönliches hier auf dem Blog geschrieben habe. Rezensionen, Lesemonate, ab und zu ein bisschen Poetry und dann 2,5 Monate gar nichts.

Gerade sitze ich auf meinem Sofa in meiner Wohnung, mein Ofen läuft, ich schaue Das Große Backen, neben mir eine Tasse Ingwertee. Den mochte ich vor einigen Monaten übrigens auch noch nicht.

Fangen wir an mit der Zeit vor meinem „Sommerloch“ hier. Ich habe studiert, daneben halbtags gearbeitet, gleichzeitig war ich auf Jobsuche, auf Wohnungssuche und habe meine Bachelorarbeit geschrieben. Kurz vor diesem Chaos habe ich außerdem jemanden kennengelernt, der eine so viel größere Rolle in allem spielen sollte, als ich je geglaubt hätte.

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Zwischendurch dachte ich kurz mal ich werde wahnsinnig, weil nichts so klappen wollte, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe (für meine Begriffe) so viele Wohnungen angeschaut und meistens nicht einmal irgendeine Art Rückmeldung bekommen (ich habe mir sagen lassen, für Nürnberger Verhältnisse hatte ich mit der Dauer meiner Wohnungssuche viel Glück, aber ich bin halt kein geduldiger Mensch), ich war von keinem Job wirklich überzeugt und meine BA habe ich ewig hinausgezögert.

In der Zeit hat sich herausgestellt, wie viel Glück ich hatte, dass im Februar ein Mensch in mein Leben spaziert war, der mir das Gefühl gegeben hat (immer noch gibt), niemals alleine zu sein und der so viel ruhiger ist, als ich selbst. Er hat alles so viel einfacher gemacht.

Gelesen habe ich kaum, Insta habe ich gemacht, weil ich Insta liebe und der Blog war auf Eis gelegt.

Schlussendlich habe ich eine wunderschöne Wohnung gefunden, einen Job, der mir bisher sehr viel Spaß macht und meine Bachelorarbeit mit 1,0 bestanden. Da war es dann Anfang August.

 

Dann kam Südtirol und dann kam Hawaii. Ich bin auf Berge geklettert, im Pazifik geschwommen, bei Regen durch den Regenwald spaziert, habe Schildkröten und Robben gesehen und unendlich viele Eiskaffees getrunken, meinen Freund vermisst und mich auf ein Wiedersehen gefreut.

Gelesen habe ich, Zeit und Motivation für den Blog war aber keine.

 

Dann war ich wieder Zuhause (ja Zuhause, weil die neue Wohnung endlich Zuhause ist). Ich hatte meinen Lieblingsmenschen wieder und alles andere war erst einmal ein paar Tage egal und unwichtig. Danach gab es Freundinnen und Familie zu besuchen (eher haben sie mich besucht, um die Wohnung anzuschauen), die letzten Sachen in der Wohnung ordnen und Termine zu sortieren, die vor Oktober noch sein mussten.

Außerdem ganz viele Abende mit lecker gekochtem Essen und Netflix/Amazon Prime (war man bei mir jetzt endlich am großen Fernseher schauen kann) auf meiner Couch.

Und dann? Ja dann war Oktober. Ein halbes Jahr in dem sich alles verändert hat, ist vorbei. Ich habe eine neue Wohnung und einen neuen Job, ich bin keine Studentin mehr. Ich habe einen Freund mit dem ich unglaublich glücklich bin und der alles (und mich als Person) so viel besser macht. Ich habe wieder braune Haare und ich hatte Zeit neue Bilder zu machen.
@mos.sparkling.mind ist wieder ein herbstlicher Bookstagramaccount, ich lese wieder und schreibe Rezensionen.

Ich bin wieder da und ich bin glücklich.

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Danke an alle hier, die noch da sind und mir nicht entfolgt sind, ab jetzt gibt es wieder regelmäßig Content!

Buchbesprechung Someone New- Laura Kneidl

Someone New

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Autorin: Laura Kneidl
Verlag: LYX by Bastei Lübbe
Bewertung: 5 von 5 Sternen
Link zum Buch 

Inhalt

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Von außen betrachtet ist Micahs Leben perfekt. Die Eltern sind reich, Geldsorgen musste Micah nie kennenlernen, Jurastudium, eigenes Auto, eigene Wohnung. Dass Geld aber nicht alles ist, weiß Micah nur zu gut. Als sie Julian kennenlernt fühlt sie sich zu dem jungen Mann, der ein so ganz anderes Leben führt als sie, hingezogen, aber bei Julian ist eben auch nicht alles so wie es scheint und Micah muss lernen, dass es nicht nur in ihrer Familie Geheimnisse gibt, die ein ganzes Leben zerstören können.

Bewertung

Ich weiß, ich bin sehr „late so the party“, denn als Someone New herauskam und alle es bejubelt haben, wollte ich es nicht lesen, weil NA ist nicht meins und ich finde es immer ein bisschen anstrengend wenn Bücher bei uns auf Bookstagram so übermäßig gehypt werden.
Im Urlaub hatte ich allerdings Lust und Zeit und ich kannte Julians Geheimnis bereits und war deswegen umso neugieriger auf dieses Buch und die Umsetzung.

Das Buch wird aus Micahs Sicht erzählt und  Lauras Schreibstil war wie schon bei „Die Krone der Dunkelheit“ sehr schön zu lesen. Es war flüssig zu lesen, schön beschrieben und immer eine gute Mischung, sodass einem beim Lesen nie langweilig wurde.

Ich mochte Micah als Hauptprotagonistin und Erzählerin. Sie hat ihr ganzes Leben im goldenen Käfig verbracht und muss erst lernen, wie das „echte“ Leben so läuft. Dabei benimmt sie sich nicht immer sympathisch, aber das macht sie gleichzeitig auch authentisch, weil sie vieles eben einfach wirklich nicht weiß und nie in ihrem Leben machen musste.

Julian fand ich toll. Man sieht ihn nur mit Micahs Augen, aber mit dem Hintergrundwissen seines Geheimnisses war es so schön zu lesen, wie Micah versucht, an ihn heranzukommen und immer wieder völlig auf dem Holzweg ist, wenn sie glaubt, hinter sein Geheimnis gekommen zu sein.

Es war nicht nur die Liebesgeschichte zwischen Julian und Micah, die  das Buch für mich so lesenswert gemacht hat, sondern Lauras Umgang mit LGBTQ Themen. Weil er ehrlich und ungeschönt war und mit Micah jemand im Mittelpunkt stand, der auch erst lernen muss, mit gewissen Dingen umzugehen.

Alles in allem war ich von Someone New sehr begeistert und hab es in einem Rutsch gelesen, konnte gar nicht mehr aufhören, weil ich endlich wissen wollte, wie alles ausgeht.
Ich bin sehr gespannt auf Someone Else und gebe Someone New 5 von 5 Sternen.

Buchbesprechung: Das Dach der Welt- Mira Manger

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Autorin: Mira Manger
Verlag: Piper Verlag
Bewertung: 5 von 5 Sternen
LINK ZUM BUCH

 

Inhalt

daz4edAlicia und Robin sind das Traumpaar der Bergesteigerszene. Tausende verfolgen ihre Expeditionen auf Instagram und co. Obwohl es zwischen den beiden nicht zum Besten steht wagen sie ein letztes Abenteuer miteinander. Die Besteigung des Mount Everest. Getrieben von dem Adrenalin der Berge, der Sucht nach dem Unmöglichen, Angst, Verlangen und dem Wunsch, einander irgendwie wieder nahe zu sein, beginnen sie eine Reise, die ihrer beider Leben für immer verändern soll.
Der Mount Everest ist tödlich, unberechenbar und erbarmungslos und schnell steht viel mehr auf dem Spiel als nur die Beziehung zwischen Robin und Alicia.

Das Buch ist der Auftakt der Read!Sport!Romance Reihe bei Piper Verlag Digital.

 

Bewertung

Dank Piper Digital durfte ich Buchpatin für Miras wunderschönes Buch sein und es schon vorab lesen.
Ich bin eigentlich keine New Adult Leserin, meistens fehlt mir in den Geschichten der rote Faden, die Geschichte außerhalb der Liebesgeschichte wenn man so will. Bei Das Dach der Welt war das ganz anders. Ich liebe die Berge und verschlinge alle Bücher, die damit zutun haben.

Das Buch wird abwechselnd aus der Sicht von Robin und Alicia erzählt, neben der Hauptstory am Mount Everst gibt es immer wieder Rückblicke, die die Geschichte der beiden erzählen. So erfährt man den Hintergrund ihrer Liebe und ihres Scheiterns, ohne dass es zu langatmig wird, oder man die Gegenwart aus den Augen verliert. Mira hat eine gute Balance zwischen Gegenwart und Vergangenheit geschaffen.

Während aus Robin immer die pure Passion für die Berge spricht, die Sucht nach dem Adrenalin und gleichzeitig die Sehnsucht nach Alicia, der er nur am Berg noch nah sein kann, merkt man schnell dass Alicias Beweggründe für diese Expedition andere sind, als nur die Liebe zu den Bergen. Ich war von Robins Gedankenwelt fasziniert und konnte mich sehr gut in Alicia hineinversetzen.

In Das Dach der Welt spielt der Sport nicht nur eine Nebenrolle, im Gegenteil. Die Brutalität einer Existenz in 8000 Meter Höhe wird ungeschönt dargestellt. Mira hat hervorragend recherchiert, sodass ich beim Lesen immer das Gefühl hatte, selbst dabei zu sein und mitzuleiden und mitzufiebern. Miras Buch ist kein happily ever after Buch voller süßer Liebesgeschichte und romantischen und erotischen Momenten, sondern eine Geschichte die einen mitnimmt, an einen Ort, der nicht für Menschen gemacht ist und er das Beste und das Schlimmste zugleich in ihnen hervorbringt.

Ich war absolut fasziniert von dem Roman und konnte überhaupt nicht mehr aufhören zu lesen. Ich gebe von Herzen 5 von 5 Sternen und bedanke mich hier noch einmal beim Piper Verlag und bei Mira selbst, dass sie mich ausgesucht haben!