Mein Gegner sind die grauen Herren

Long time no see, zumindest wenn es um Geschreibsel geht.
Dieses kleine Poetry- Piece ist vor ein paar Monaten in meinem Moment absoluter Überforderung entstanden und hat damals meine Gedanken auf erstaunliche Weise wieder ordentlich sortiert.

Mein Gegner sind die grauen Herren

Tausend Dinge im Kopf. Alles so schnell, alles so unglaublich schnell

Ich weiß nicht mehr wo oben und unten ist

Ich habe mich selber verloren

Weiß nicht mehr, wer ich bin.

Alles geht so schnell,

Zeit, Zeit, was ist das überhaupt?

Wo geht sie hin, wo kommt sie her?

Ich bin wie Momo, mein Gegner sind die grauen Herren.

Zeit, wo bleibst du,

du bist viel zu schnell für mich

Zeiten vergehen, Momente rauschen vorbei, Tage, Wochen, Monate.

Times are changing heißt es so schön.

Sie kann nicht schnell genug vergehen,

die Zeit sie ist mein Feind, auf zwei verschiedenen Wegen.

Zeit, die vergeht, bis ich endlich wieder frei bin,

Zeit die vergeht, bis ich vor dem Ungewissen stehe.

Ich will nicht, ich will doch, ich will, ich will nicht, was will ich denn?

Ich kann nicht in die Zukunft sehen,

weiß nicht was kommen wird,

die Zeit, sie rinnt mir durch die Finger, so unberechenbar, so schnell

Die Zeit ist mein Feind, mein Freund, meine Heilung, mein Schmerz.

Zurück zu vor sieben Jahren, es braucht nur einen Fingerschnipp,

Hier und Jetzt, genauso wieder da,

ich bin erwachsen, alleine, frei, glücklich und stark,

ich bin ein Kind, einsam, eingesperrt, unglücklich und schwach.

Ich bin alles und ich bin nichts,

ich kann die Zeit nicht kontrollieren,

sie rinnt mir durch die Finger,

ihre Ungewissheit ist mein Verderben

und ich kann sie nicht bekämpfen.

Die Zeit, ich werde sie nicht besiegen,

sie bleibt nicht für mich stehen und die Welt dreht sich auch nicht schneller, nur weil ich es will

Zukunft ungewiss, Gegenwart falsch, Vergangenheit vorbei.

Wo bin ich in diesem Chaos?

Wo bin ich geblieben in dieser Welt, die sich immer schneller dreht,

ich renne einer Illusion hinterher,

die ich noch nicht bereit bin aufzugeben.

Loslassen war noch nie meine Stärke,

obwohl ich die Freiheit so sehr liebe.

Meine Freiheit, mein Verhängnis,

weil ich die Sicherheit brauche und die Freiheit will,

weil ich raus will aus meinem Hamsterrad

und gleichzeitig Angst habe zu fallen, anstatt zu fliegen.

Ich will die Zeit anhalten und die Welt gleichzeitig antreiben, sich schneller zu drehen,

ich kann es kaum erwarten, meinen Neuanfang

und doch habe ich Angst, das zu verlieren, was jetzt ist.

Ich habe mich selbst irgendwo verloren zwischen Erwartung, Angst und Freude.

Ich kann die Zeit nicht beeinflussen,

ich kann die tausend Dinge in meinem Kopf nicht zum Schweigen bringen,

ich kann nicht loslassen, was ich noch nicht bereit bin loszulassen

und ich kann nicht gehen, wenn ich noch nicht fertig bin.

Wenn alles im Leben aus einem Grund geschieht, aber nichts auf dieselbe Weise,

wenn sich die Welt immer weiterdreht,

und ich mich mit ihr,

wenn ich nicht einfach stehen bleiben kann,

wenn ich sowieso keine Wahl habe,

wovor habe ich dann Angst?

Vor meiner eigenen Courage, vor meiner Angst, vor meiner Schwäche, dem Versagen, der Enttäuschung?

Vielleicht.

Die Zeit, sie fühlt sich an wie mein Feind, mein Freund, mein Verbündeter und mein Verräter

Die Wahrheit aber ist:

Ich bin die Zeit.

Alles, was sie ist, kann ich sein.

Mein eigener Feind, mein eigener Freund, Verbündeter und Verräter.

Die Zeit, sie ist nur mein Wegweiser, meine Erinnerung an das was wirklich zählt.

Mein Herz, meine Seele, mein Glück.

Mein Leben.

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